25.02.2018

1. Frauen-Bundesliga: SC Freiburg - FC Bayern München 2:0 (0:0)

Sport-Club schlägt Bayern München und springt auf Platz zwei

Der SC Freiburg bezwang den FC Bayern München und springt auf Platz zwei der Tabelle. Bild: Claus G. Stoll

Lesen Sie die Pressemitteilung von Felix Scharte, dem Pressesprecher für Frauen- und Mädchenfußball beim SC Freiburg. 


Der SC Freiburg gewinnt am 13. Spieltag der Allianz-Frauen-Bundesliga sein Heimspiel gegen den FC Bayern München mit 2:0 (0:0). Dank des Doppelpacks von Hasret Kayikci (62., 86.) überholt der Sport-Club die Gäste in der Tabelle und springt auf Platz zwei.

Hasret Kayikci mit ihren zwei Treffern in der 62. und 86. Minute machte den Heimsieg perfekt. Bild: Claus G. Stoll

„Unsere größte Stärke ist die mannschaftiche Geschlossenheit. Diese müssen wir ausspielen. Wenn wir geschlossen verteidigen, jede für die andere da ist und wir es schaffen, mit unserem kreativen Spiel zu Chancen zu kommen, können wir Bayern schlagen.“ Hasret Kayikci hatte vor dem Spiel gewusst, worauf es für ihre Mannschaft ankommen würde, um gegen den FC Bayern erfolgreich sein zu können. Wie sie und ihre Teamkolleginnen den Plan dann auf dem Rasen über 90 Minuten umsetzten, nötigte ihrem Trainer Jens Scheuer gehörigen Respekt ab. „Ich bin extrem stolz über diesen überragenden Auftritt meiner Mannschaft“, erklärte der 39-jährige im Anschluss an die Begegnung. Dass seine Mannschaft dabei weniger kreativ und fußballerisch, als viel mehr kämpferisch zu überzeugen wusste, war für den Trainer die logische Konsequenz der Trainingswoche. „Man hat nach dem Spiel in Duisburg gemerkt, dass die Niederlage den Mädels in den Kleidern steckte, dass sie wussten, etwas gutmachen zu müssen. Wie sie diesen Frust ab dem ersten Training in dieser Woche rausgelaufen haben, wie sie aufgetreten sind, in jeder Einheit und heute im Spiel, ist einfach großartig!“


Vier Wechsel in der Startelf

Vor der stattlichen Kulisse von 1223 Zuschauern startete der Sport-Club bei strahlendem Sonnenschein und eisigem Ostwind mit vier Änderungen im Vergleich zur überraschenden 1:2-Niederlage beim MSV Duisburg am vergangenen Wochenende. Die größte Überraschung bildete dabei das Bundesliga-Debüt der 17-jährigen Greta Stegemann, die von Beginn an als rechte Verteidigerin auflief. In der Innenverteidigung rückte Carolin Schiewe für Janina Minge an die Seite von Sarah Puntigam. Rebecca Knaak für Anja Maike Hegenauer und Julia Simic für Lena Petermann komplettierten das neue Quartett in der Freiburger Startelf. Der Tabellenzweite aus München, der in der Vorwoche mit einem 2:1-Sieg in letzter Minute gegen die SGS Essen am Sport-Club vorbeigezogen war, startete mit drei ehemaligen Freiburgerinnen in der Startelf. Sarah Däbritz und Melanie Leupolz bildeten die Doppelsechs vor der defensiven Fünferkette, in der Verena Faißt den Part der linken Verteidigerin spielte.

Taktisch geprägte erste Hälfte

Jens scheuer und sein SC Freiburg kletterten nach dem Heimsieg auf den zweiten Tabellenplatz. Bild: Claus G. Stoll

In der ersten Halbzeit sahen die Zuschauer ein taktisch geprägtes Spiel ohne große Höhepunkte, in dem beide Mannschaften darauf bedacht waren, möglichst keine Fehler zu machen. Den ersten Torschuss der Begegnung hatte Faißt, die von der linken Seite in den Strafraum eindrang, den Ball aber deutlich über das Tor schoss (25.). Der Sport-Club erarbeitete sich danach drei Freistöße in aussichtsreicher Position, die jedoch alle ungefährlich blieben. Der erste Freiburger Torschuss ging auf das Konto von Greta Stegemann, die sich aus 20 Metern ein Herz fasste und den Ball knapp neben den rechten Posten setzte (37.). Nicht nur in dieser Aktion zeigte die seit Anfang des Monats 17-jährige ihr Talent. Nach einigen kleineren Schwierigkeiten in der Anfangsphase bot Stegemann beim Debüt eine insgesamt starke Vorstellung. „Wie sie eine Weltklassespielerin wie Fridolina Rolfö im Griff hatte, die keinen Stich gemacht hat, ist viel mehr wert, als der Sieg heute. Ich bin unglaublich stolz über ihre Leistung“, zeigte sich Jens Scheuer beeindruckt von seiner Debütantin. Beeindruckt, aber keineswegs überrascht. „Ich weiß, wie sie trainiert, weiß, was sie kann. Heute haben wir ihr das Vertrauen geschenkt, das hat sie zurückgezahlt. Wenn sie diese Entwicklung weitergeht, wird sie es weit bringen.“ 

 
Die beste Gelegenheit des ersten Durchgangs bot sich kurz vor der Halbzeit den Gästen. Sara Däbritz hatte vor dem Strafraum zu viel Platz und prüfte Laura Benkarth mit einem satten Schuss aus 18 Metern. Die Nationaltorhüterin lenkte das Leder mit einer starken Parade zur Ecke (41.). Kurz darauf pfiff Schiedsrichterin Marina Wozniak zur Pause.

Fellhauer muss verletzt runter – Kayikci trifft

In der zweiten Hälfte war der Sport-Club früh zu einem Wechsel gezwungen. Kim Fellhauer musste den Platz verletzungsbedingt verlassen und wurde direkt ins Krankehaus gefahren, Anja Maike Hegenauer ersetzte sie. Während die Gäste zwei Chancen durch Däbritz (54.) und Rolfö (59.) hatten, Laura Benkarth aber vor keine Probleme stellten, zeigte sich der Sport-Club vor dem Tor eiskalt. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld schickte die eingewechselte Hegenauer Hasret Kayikci auf die Reise. Die Nationalspielerin, die unter der Woche ihren Vertrag beim Sport-Club verlängert hatte, umkurvte Zinsberger im Münchner Tor und traf zur Freiburger Führung (62.). Auf der Gegenseite scheiterte die eingewechselte Nicole Rolser an Benkarth (66.).
Das Spiel nahm nun deutlich Fahrt auf und wurde gerade von Seiten der Münchnerinnen zunehmend hart geführt. Nach 70 Minuten bot sich Hasret Kayikci die große Gelegenheit auf ihren zweiten Treffer. Nach einem katastrophalen Fehlpass von Verena Faißt tauchte die 26-jährige frei vor Zinsberger auf, blieb gegen die österreichische Nationaltorhüterin aber zweite Siegerin. 

Kayikci schnürt Doppelpack

Melanie Leupolz (li.) als Spielführerin der Gäste. Bild: Claus G. Stoll

Mit Lena Petermann brachte Jens Scheuer eine Viertelstunde vor dem Ende eine frische Offensivkraft. Und Petermann war fünf Minuten vor dem Ende unmittelbar an der Entscheidung beteiligt. Die Nationalspielerin lief alleine auf Zinsberger zu, die mit einer starken Parade den zweiten Freibruger Treffer gerade so noch verhindern konnte. Der Abpraller landete bei Kayikci, die aus spitzem Winkel sehenswert per Lupfer auf 2:0 stellte. Ein Treffer Marke Tor des Monats, mit dem Kayikci endgütlig zur Matchwinnerin avancierte.

Mit dem zweiten Sieg gegen den FC Bayern in dieser Saison, dem neunten Saisonsieg insgesamt, springt der Sport-Club in der Tabelle wieder an den Münchnerinnen vorbei auf Platz zwei, der zur Teilnahme an der Champions League berechtigen würde. Ein Thema, dass für Jens Scheuer aber weiterhin keine große Rolle spielt. „Es geht für uns nicht darum, sich mit der Champions League zu belohnen. Unsere Belohnung ist die Tatsache, dass wir auch heute wieder mit einer extrem jungen Mannschaft überzeugt haben. Dass eine 17-jährige Greta Stegemann hier reingeworfen wird und voll überzeugt. Zu wissen, wir haben die nächsten Spielerinnen hintedran, die wir weiterentwickeln wollen. Die Champions League interessiert mich im Vergleich dazu wirklich nicht.“

Nach der anstehenden Länderspielpause, in der Laura Benkarth, Hasret Kayikci und Lina Magull mit der DFB-Elf am SheBelieves-Cup in den USA teilnehmen werden, reist der Sport-Club am Samstag, 17. März (14 Uhr) zum Auswärtsspiel bei Turbine Potsdam. Zuvor steht am Mittwoch, 14 März (19 Uhr) bereits das DFB-Pokal-Viertelfinale bei der SGS Essen auf dem Programm.

Stimmen

Kim Fellhauer (re.) schied in der 52. Minute verletzungsbedingt aus. Das Team Doppelpass wünscht gute Besserung. Bild: Claus G. Stoll

Hasret Kayikci: „Nach der Niederlage letzte Woche wollten wir heute unbedingt den zweiten Platz zurückerobern, das ist uns gelungen. Wir wollten uns selbst beweisen, dass das Spiel letzte Woche ein Ausrutscher war und wir es besser können. Wir können jeden Gegner schlagen, zuhause sowieso und haben heute verdient gewonnen. Bayern hatte aus dem Spiel heraus keine wirkliche Chance, ich muss auf der anderen Seite ja sogar noch einen weiteren Treffer machen. Den Lupfer mache ich im Training ab und zu, aus dieser Position gibt es keine andere Möglchkeit. Manchmal geht er vorbei, heute ist er zum Glück ins Tor gefallen. Die nächsten Spiele im Pokal in Essen und in der Bundesliga in Potsdam werden nun ebenso wichtig, da wollen wir direkt weiter machen.“

Stenogramm

Sarah Puntigam (SC Freiburg, li.) und Dominika Skorvankova (FC Bayern München). Bild: Claus G. Stoll

SC Freiburg

Benkarth – Stegemann, Schiewe, Puntigam, Lahr – Knaak, Fellhauer (52. Hegenauer) – Gwinn, Simic (75. Petermann), Magull (90.+1 Starke) - Kayikci
Trainer: Jens Scheuer

Zinsberger – Wenninger, Demann, Schnaderbeck – Lewandowski, Däbritz, Leupolz (73. Behringer), Faißt – Skorvankova (81. Vonkova), Islacker (58. Rolser), Rolfö
Trainer: Thomas Wörle

Schiedsrichterin
Marina Wozniak

Zuschauer
1.223

Tore
1:0 Kayikci (62.
 2:0 Kayikci (86.)

Verwarnungen
Gelb: - / Leupolz

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