14.04.2019

1. Bundesliga Frauen: SC Freiburg - Turbine Potsdam 1:2 (0:0)

Unnötige Niederlage gegen Turbine Potsdam - Sport-Club verliert mit 1:2

Bild: Dieter Althauser (Altobelli)

Lesen Sie die Pressemitteilung von Felix Scharte, SC Freiburg. 


Am 18. Spieltag der Allianz-Frauen-Bundesliga hat der SC Freiburg sein Heimspiel gegen Turbine Potsdam trotz einer über weite Strecken überlegen geführten Partie mit 1:2 (0:0) verloren. Die Freiburger Führung durch Sharon Beck (57., Foulelfmeter) glich Felicitas Rauch (60., Foulelfmeter) aus. Fünf Minuten vor dem Ende erzielte Lara Prasnikar den Siegtreffer für die Gäste.

Nasskalt und ungemütlich war es im Möslestadion, der April zeigte sich von seiner schlechtesten Seite. Den 1.056 Zuschauern in der Freiburger Fußballschule wurde dennoch warm ums Herz ob der Darbietung ihres Sport-Clubs über beinahe die gesamten 90 Minuten. „Es ist einfach nur extrem ärgerlich, dass wir uns für eine solche Leistung nicht mit mindestens einem Punkt belohnen“, fasste Jens Scheuer das Gesehene nach dem Spiel zusammen. Den Grund für die verpassten Punkte sah Freiburgs Trainer in mangelhafter Chancenverwertung und fehlender Cleverness. „In der ersten Halbzeit müssen wir in Führung gehen, da war unsere Chancenverwertung nicht gut. Nach der Führung durch den Elfmeter sind wir dann nicht clever genug und geben die Führung zum wiederholten Male in dieser Saison zu schnell wieder aus der Hand.“

Drei Wechsel in der Startelf – Lotzen-Comeback


Auf drei Positionen hatte Scheuer seine Elf nach dem 2:0-Sieg im Pokal-Halbfinale bei der TSG Hoffenheim umstellen müssen. Für die verletzten Klara Bühl und Desiree van Lunteren, sowie Rebecca Knaak, die unter der Woche krankheitsbedingt nicht hatte trainieren können, standen Greta Stegemann, Hikaru Naomoto und Lena Lotzen in der Startelf, für die es der erste Startelfeinsatz seit dem Hinspiel gegen Potsdam im November war. „Es hat sich super angefühlt, nach so langer Zeit wieder mal von Anfang an dabei sein zu können und auch länger auf dem Platz zu stehen“, sagte Lotzen nach dem Spiel. Ganz zufrieden war die gebürtige Münchnerin aber nicht. „Wir haben es leider nicht geschafft unsere Chancen in der ersten Hälfte zu nutzen. Das Spiel wäre vermutlich anders gelaufen, wenn wir früh in Führung gehen. In der zweiten Halbzeit haben wir uns ein wenig die Butter vom Brot nehmen lassen, haben trotz der Führung nicht mehr so gut gespielt wie vorher. Am Ende ist es einfach schade, dass wir uns nicht für unseren hohen Aufwand belohnt haben.“

Chancenwucher beim Sport-Club

Lotzen selbst war an der ersten der zahlreichen Chancen im ersten Durchgang maßgeblich beteiligt. Nach nur drei Minuten parierte Turbine-Torfrau Lisa Schmitz den Abschluss der Angreiferin und verhinderte den perfekten Start für den Sport-Club, der sich auch in der Folge enorm spielfreudig zeigte und die Gäste immer wieder vor Probleme stellte. Aluminium und Schmitz verhinderten jedoch wiederholt die Freiburger Führung. Zunächst war es Sandra Starke, die nach einem perfekt getimten Zuspiel von Jobina Lahr den Ball überlegt an Schmitz vorbeilegte und mit ansehen musste, wie das Leder am Pfosten landete (10.). Auch für Sharon Becks Versuch war bei Schmitz Endstation (13.). Nachdem Giulia Gwinns Abschluss im letzten Moment geblockt wurde (20.), war kurz darauf Schmitz den entscheidenden Moment eher am Ball und klärte einen sehenswerten Chip-Pass von Lotzen vor der heranstürmenden Starke (25.). Jobina Lahrs Abschluss fehlte in der Folge die Genauigkeit (26.) und auch Starke hatte das Visier aus spitzem Winkel zu ungenau eingestellt (36.).

Von den Gästen war bis dahin abgesehen von einer Chance in der Anfangsphase, als Merle Frohms einen Schuss von Felicitas Rauch an den Pfosten lenkte (4.), nicht viel zu sehen. „Wir haben es richtig gut gemacht und einen solch starken Gegner wie Potsdam nicht zur Entfaltung kommen lassen“, lobte Jens Scheuer sein Team nach dem Spiel. Erst kurz vor der Pause zeigten sich die Turbinen noch einmal in der Offensive, Svenja Huths direkten Freistoß lenkte Frohms über die Latte (43.). „Ich kann der Mannschaft wenig vorwerfen. Der Einsatz hat absolut gestimmt, die Mädels haben vieles richtiggemacht. Potsdam war bis zum 1:1 nicht wirklich im Spiel."

Verdiente Führung – schneller Ausgleich

Jenes 1:1 war so etwas wie der Knackpunkt in einer bis dahin recht einseitigen Partie. Drei Minuten nach der eigenen Führung durch einen Foulelfmeter von Sharon Beck, markierte Felicitas Rauch ebenfalls per Foulelfmeter den Ausgleich für die Gäste (60.). „Das hat auch etwas mit fehlender Cleverness zu tun. Wir müssen es einfach mal schaffen, nach einer Führung weiter zu machen. Wir dürfen keine Angst haben ein Gegentor zu kassieren, sondern müssen Lust haben, das zweite nachzulegen“, meinte Scheuer. Dass Rauch den Elfmeter für ihre Mannschaft verwandeln konnte, hatte dabei einen faden Beigeschmack, hätte die Potsdamerin nach ihrer Notbremse an Giulia Gwinn, in deren Folge Sharon Beck kurz zuvor den fälligen Elfmeter zur Freiburger Führung verwandelt hatte (57.), nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen. „Ich äußere mich nicht mehr zu Schiedsrichterentscheidungen“, sagte ein sichtlich verärgerter Scheuer nach dem Spiel.

Prasnikar stellt das Spiel auf den Kopf

Nach dem schnellen Elfmeterdoppelpack verlor die Partie bei weiterhin nasskalten und schwierigen Bedingungen ein wenig an Schwung, klare Torchancen blieben auf beiden Seiten abgesehen von vereinzelten Annäherungen aus. Als alles auf ein Unentschieden hindeutete, stellte die eingewechselte Lara Prasnikar das Spiel mit ihrem Treffer zum 1:2 aus SC-Sicht endgültig auf den Kopf. „Wir dürfen hier eigentlich niemals als Verlierer vom Platz gehen“, meinte auch SC-Managerin Birgit Bauer nach dem Spiel. „Wir waren die bessere Mannschaft, hatten aber in den entscheidenden Momenten kein Spielglück.“

Mit 24 Punkten steht der Sport-Club in der Allianz-Frauen-Bundesliga nach 18 Spielen weiterhin auf Platz sechs. Am Samstag, 20. April (14 Uhr) geht es mit dem Auswärtsspiel bei Tabellennachbar 1. FFC Frankfurt weiter.

Stenogramm

SC Freiburg
Frohms – Stegemann, Minge, Kirchberger, Lahr – Lotzen (63. Knaak), Naomoto, Hegenauer (C) (88. Sanders) – Gwinn, Beck (70. Fuso), Starke


Ersatzbank: Borggräfe (Tor), Karl, Müller
Trainer: Jens Scheuer

Turbine Potsdam
Schmitz – Ilestedt, Elsig, Rauch – Gasper, Chmielinski (88. Kiwic), Zadrazil, Cahynova (46. Dieckmann), Schwalm, Schmidt (81. Prasnikar) – Huth (C)

Ersatzbank: Fischer (Tor), Graf
Trainer: Matthias Rudolph

Schiedsrichter

Mirka Derlin

Zuschauer
1056

Tore
1:0 Beck (57./FE)
1:1 Rauch (60./FE)
1:2 Prasnikar (85.)

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