19.03.2019

1. Bundesliga Frauen: SC Freiburg - VfL Wolfsburg 2:3 (1:1)

16. Spieltag: Knappe Niederlage gegen den Tabellenführer

Bild: Claus G. Stoll

Lesen Sie die Pressemitteilung von Jonas Wegerer, SC Freiburg.

Am 16. Spieltag der Allianz-Frauen-Bundesliga hat der SC Freiburg trotz einer starken Leistung zu Hause mit 2:3 (1:1) gegen den VfL Wolfsburg verloren. Sandra Starke traf in der 5. Minute zur Freiburger Führung, Pernille Harder sorgte nur kurze Zeit später für den Ausgleich (9.), der sogleich den Pausenstand markierte. Pia-Sophie Wolter (69.) und Ewa Pajor (85.) trafen im zweiten Durchgang für den Tabellenführer aus Niedersachsen, der Anschlusstreffer von Stefanie Sanders (90.+3) kam letztlich zu spät.

Sandra Starke (re.) traf erneut für den SC Freiburg: 1:0 in der 6. Minute. Bild: Claus G. Stoll

„Man sollte die Frage vielleicht umdrehen", sagte SC-Coach Jens Scheuer als er nach der Partie gegen den VfL Wolfsburg gefragt wurde, was seiner Mannschaft heute zum Punktgewinn gefehlt habe. „Wie kann man ein solch tolle Leistung abrufen, nach den Belastungen der letzten Wochen und den personellen Rückschlägen? Ich bin wahnsinnig stolz auf die Mannschaft", meinte der Trainer. Tatsächlich war das kein leichtes Spiel, das die SC-Frauen am 16. Spieltag der Allianz-Bundesliga erwartete. Vier Tage nach der kräfteraubenden Wasserschlacht bei Borussia Mönchengladbach, die mit dem Halbfinaleinzug im DFB-Pokal belohnt wurde, blieb die Kadersituation seiner Mannschaft weiter angespannt. Zudem kam mit dem aktuellen Tabellenführer ein „absoluter Top-Gegner", so Scheuer, ins Möslestadion. Den Druck sah der SC-Coach vor der Partie aber eher bei den Gästen. „Wolfsburg will Meister werden, sie dürfen sich keinen Ausrutscher erlauben. Wir haben absolut nichts zu verlieren und schon bewiesen, dass wir den VfL ärgern können."

Sport-Club von Beginn an frech, Wolfsburg kommt langsam in die Partie

Bild: Claus G. Stoll

Und so legten die Frauen des Sport-Club auch los. Schon in der 2. Minute ärgerte Sandra Starke nach einem Ballgewinn im Mittelfeld mit viel Übersicht die VfL-Defensive, indem sie die besser postierte Anja Hegenauer bediente. Deren Abschluss aus etwa 18 Metern sprang jedoch knapp am Pfosten des Gästetors vorbei. Aber der Sport-Club drückte weiter und keine drei Zeigerumdrehungen später nahm sich Klara Bühl ein Herz und brach auf der rechten Angriffsseite durch. Ihre punktgenaue Hereingabe musste Starke im Zentrum nur noch über die Linie drücken (5.). Der Sport-Club war früh in Führung gegangen, der Druck, den die Freiburgerinnen auf ihre Gegnerinnen ausgeübt hatten, hatte sich bezahlt gemacht. Bezahlt machte sich allerdings auch die individuelle Klasse des Tabellenführers aus Niedersachsen. Mit einer sehenswerten Einzelaktion brachte sich Pernille Harder in gute Schussposition innerhalb des Freiburger Strafraums. Ihr Flachschuss aus halbrechter Position landete zum schnellen Ausgleich präzise neben dem Pfosten im kurzen Eck (9.).

In der Folge präsentierten sich zunächst die Gäste als das spielbestimmende Team, das durchaus wuchtig nach vorne drückte. Der Sport-Club verteidigte jedoch konzentriert, die Innenverteidigung um Virgina Kirchberger und Desiree van Lunteren blockten aussichtsreiche Schussversuche der umtriebigen Harder und Zsanett Jakabfi (19., 20.). Die Offensivbemühungen der Wolfsburgerinnen wurden meist durch die breit stehenden Innen- und hoch agierende Außenverteidgerinnen initiiert, sodass sich dem Sport-Club immer wieder Chancen nach Umschaltaktionen in die Spitze auftaten. Zweimal konnte Bühl nach schnellen Pässen ihre Geschwindigkeit ausspielen. Den Erfolg des ersten Ausflugs machte VfL-Kapitänin Nilla Fischer zunichte, die den Ball, den Bühl gefühlvoll an der herausspringenden VfL-Torfrau Almuth Schult vorbeigelegt hatte, noch vor der Linie klären konnte (17.). Beim zweiten Duell bliebt Schult dann lange stehen und wehrte den Schuss von Bühl ab (28.). Die besten Gelegenheiten zur Führung für Wolfsburg vergaben Harder, die in den Strafraum eingedrungen war, aber verzog (30.) und Wolter (38.), deren Fernschuss über das Tor von SC-Torfrau Merle Frohms zischte. Mit 1:1-Unentschieden ging es in die Pause.

Stürmischer Himmel, stürmischer Sport-Club

Bild: Claus G. Stoll

Zu Beginn des zweiten Durchgangs setzte ein stärker werdender Regen ein. Ungemütlich wurde es jedoch vor allem für die Gäste aus Wolfsburg. Denn der Sport-Club attackierte nun wieder höher, war griffig in den Zweikämpfen, eroberte sich die Bälle und kam zu guten Torgelgenheiten. In der 54. Minute startete Bühl wieder durch, legte auf die mitgelaufene Giula Gwinn, deren Schuss im Strafraum geblockt wurde. Das Leder sprang an die Strafraumgrenze zu Janina Minge, deren feiner Schlenzer jedoch knapp am Pfosten vorbeistrich. Eine Minute später versuchten sie es dann andersherum, Gwinn setzte Bühl in Szene, deren Flachschuss aber Zentimeter am langen Pfosten vorbeischlitterte (55.). In der 58. Minute war es dann VfL-Torfrau Schult, die einen Schuss von Gwinn entschärfte und das Unentschieden führ ihr Team festhielt.

In der Folge konnte sich der Tabellenführer aus Niedersachsen etwas aus dem Druck des Sport-Club lösen. Zu wirklichen Torchancen kamen die Gäste jedoch nicht, bis sich Wolter auf der halbrechten Angriffseite lösen konnte, einen langen Ball gut verarbeitete und humorlos ins lange Eck zum 1:2 wuchtete (69.). Der tiefe Boden und die Belastungen der letzten Spiele machten sich nun ein wenig bemerkbar, dennoch marschierte Starke drei Minuten nach dem Gegentreffer durchs Mittelfeld in Richtung Gästetor, wurde jedoch von der VfL-Abwehr noch entscheidend abgedrängt. Auf der anderen Seite stibitze die eingewechselte Caroline Hansen Frohms einen Ball aus den Händen, der folgende Schuss aus spitzem Winkel landete jedoch am Außennetz (81.). Aus ähnlicher Position sorgte die ebenfalls frisch ins Spiel gekommene Ewa Pajor für den dritten Wolfsburger Treffer. Anstelle der von allen erwarteten Hereingabe schlug sie einen harten Ball in Richtung Tor, der Frohms auf dem falschen Fuß erwischte (85). Doch auch die eingewechselten Spielerinnen des Sport-Club machten noch von sich reden. In der Nachspielzeit traf Stefanie Sanders per Volleykick zum 2:3-Anschluss, die Chance für einen weiteren Treffer gab es jedoch nicht. Schiedsrichterin Ines Appelmann pfiff die Partie kurz darauf ab.


Gute Leistung gegen Wolfsburg, zwei Mal Hoffenheim im Blick

Bild: Claus G. Stoll

„Schade, dass wir heute nichts geholt haben", sagte die später Torschützin nach der Partie. „Das war eine tolle Mannschaftsleistung heute, dass hat von der Bank richtig Spaß gemacht zuzuschauen. Schade, dass es heute nicht gereicht hat", sagte Sanders. Auch Trainer Scheuer zeigte sich nach dem Schlusspfiff zufrieden: „Wir waren heute wieder eine richtig starke Einheit und haben richtig guten Fußball gespielt. Vielleicht hat uns die Kaltschnäuzigkeit gefehlt, aber die Tatsache, dass wir uns heute so viele Torchancen erspielt haben, macht mich stolz." Gästetrainer Stephan Lerch nannte den Dreier seiner Mannschaft einen „Sieg der Moral gegen einen Gegner, der es uns nicht leicht gemacht hat, und der völlig verdient in Führung gegangen war. Ein Lob an die Mannschaft, die die richtige Einstellung gezeigt und dieses Spiel gedreht hat."

Für die Frauen des Sport-Club geht es nächsten Samstag um 14 Uhr auswärts bei der TSG Hoffenheim um Punkte in der Allianz-Frauen-Bundesliga. Und in der darauf folgenden Woche wird die Mannschaft von Trainer Scheuer gleich nochmal zu Gast im Kraichgau sein. Am Sonntag, 31. März (genaue Terminierung erfolgt noch) spielt der Sport-Club dann um den Einzug ins DFB-Pokalfinale.

Stenogramm

Bild: Claus G. Stoll

Sport-Club Freiburg

Frohms - Stegemann (79. Sanders), van Lunteren, Kichberger, Lahr (85. Naomoto) - Gwinn, Minge, Knaak, Hegenauer - Bühl, Starke (73. Wieder)
Trainer: Jens Scheuer
Schult - Peter, Fischer, Goeßling, Maritz - Wolter, Gunnarsdottir, Pires Neto (70. Wedemeyer), Popp (60. Pajor) - Harder, Jakabfi (75. Hansen)
Trainer: Stephan Lerch

Schiedsrichter
Ines Appelmann

Zuschauer
1.200

Tore
1:0 Starke (6.)
1:1 Harder (9.)
1:2 Wolter (69.)
1:3 Pajor (85.)
2:3 Sanders (90.+3)

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