10.12.2018

1. Bundesliga Frauen: Remis im südbadischen Derby

12. Spieltag: SC Freiburg - SC Sand 2:2 (0:1)

Mit 2:2 (0:1) trennten sich der SC Freiburg und der SC Sand im Derby des 12. Spieltags der 1. Bundesliga Frauen. Bild: Claus G. Stoll

Lesen Sie die Presse-INFO von Felix Scharte vom SC Freiburg.


Der SC Freiburg hat am 12. Spieltag der Allianz-Frauen-Bundesliga zum Rückrundenauftakt im Südbadischen Derby gegen den SC Sand 2:2 (0:1) gespielt. Nadine Prohaska (24.) hatte die Gäste am Sonntagnachmittag in der ersten Hälfte in Führung gebracht. Desiree van Lunteren (49.) und Sharon Beck (53.) drehten die Partie, Marina Georgieva (78.) sorgte für den Endstand.

Unentschieden im letzten Heimspiel

Überraschung: Das 0:1 in der 24. Minute, erzielt durch Nadine Prohaska. Bild: Claus G. Stoll

„Wir bringen uns immer wieder durch individuelle Fehler um den verdienten Lohn und schenken Punkte her. Das nervt!“ Jens Scheuer war nach den 90 Minuten gegen den SC Sand genervt. Seine Mannschaft hatte sich zuvor wieder einmal nicht für den betriebenen Aufwand belohnt. „Wir vergessen, das 3:1 zu machen. Es muss aber auch mal ein Tor Vorsprung reichen, um ein Spiel zu gewinnen. Stattdessen schenken wir immer wieder Punkte her und werden es weiter tun, solange wir solche Fehler begehen.“


Ein Wechsel in der Startformation

SCF-Trainer Jens Scheuer war nach Schlusspfiff nur bedingt zufrieden mit dem Resultat. Bild: Claus G. Stoll

Bei nasskaltem und windigem Wetter hatte Freiburgs Trainer seine Startelf im Vergleich zum 3:0 in Bremen auf einer Position umgestellt. Für Virginia Kirchberger rückte Carolin Schiewe in die Innenverteidigung. In einer ausgeglichenen ersten Hälfte tat sich der Sport-Club bei widrigen Bedingungen lange Zeit schwer. Zwar hatten die Gastgeberinnen mehr Ballbesitz, Sand verstand es jedoch, dem Sport-Club das Leben mit einer disziplinierten Defensivleistung schwer zu machen. Zudem fehlte den Offensivbemühungen der Freiburgerinnen die nötige Präzision. So blieben die Abschlüsse von Sandra Starke (11.) und Hikaru Naomoto (19.) lange die einzigen Torannäherungen.

Prohaska trifft für Sand

Die Gäste lauerten ihrerseits auf Konter und hatten nach 14 Minuten ihre erste Gelegenheit. Nach einem starken Pass von Diane Caldwell war Nina Burger frei durch, Lena Nuding behielt im Eins-gegen-Eins aber die Oberhand (14.). Besser machte es nach 24 Minuten Nadine Prohaska. Aus beinahe 30 Metern überwand die österreichische Nationalspielerin Nuding mit einem platzierten Abschluss.

Mit der Führung im Rücken standen die Gäste noch tiefer, bis zur Halbzeit kam der SC nur noch zu zwei annähernd gefährlichen Aktionen. Sowohl Clara Schöne (27.), als auch Starke (44.) verpassten Beck-Flanken jedoch knapp. „Wir haben in der ersten Halbzeit insgesamt nicht so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben“, fasste Scheuer den Auftritt seiner Elf in den ersten 45 Minuten zusammen.

Van Lunteren sehenswert zum Ausgleich

Sharon Beck (Mitte) besorgte in der 53. Minute die zwischenzeitliche Führung für den SC Freiburg. Bild: Claus G. Stoll

Umso stärker kamen die Gastgeberinnen, bei denen in der zweiten Hälfte Rebecca Knaak für Hikaru Naomoto auf dem Rasen stand, aus der Kabine. „Wir haben in der Pause klar angesprochen, was nicht gut war und es in der zweiten Halbzeit viel besser gemacht.“ So gut, dass die Scheuer-Elf die Partie binnen acht Minuten drehte.
Zunächst bediente Janina Minge Desiree van Lunteren, die den Ball im Strafraum mit der Brust annahm, das Leder abtropfen ließ und anschließend mit rechts um ihre Gegenspielerin herum und an Carina Schlüter vorbei ins lange Eck knallte (49.). Ein sehenswertes Tor der niederländischen Nationalspielerin, das dem Sport-Club in der Folge spürbar Auftrieb gab.


Beck dreht das Spiel

Nur vier Minuten nach dem Ausgleich belohnte der Sport-Club sich für die starke Vorstellung im zweiten Durchgang und drehte durch Sharon Beck das Spiel. Dabei leitete die israelische Nationalspielerin den Treffer selbst ein, als sie Starke auf der linken Seite bediente, in den Strafraum durchlief und die präzise Flanke ihrer Mitspielerin zum 2:1 in die Maschen köpfte (53.).

Der Sport-Club war nun die deutlich bessere Mannschaft, verpasste den dritten und wohl vorentscheidenden Treffer aber gleich mehrfach. Weder Bühl, die am Pfosten (55.) und Schlüter scheiterte (75.), noch Knaak (68.) und Starke (70.) konnten den Ball im Tor unterbringen.

Georgieva gleicht für die Gäste aus

Stattdessen kamen die Gäste mit ihrer ersten Chance im zweiten Durchgang zum Ausgleich. Nach einer Ecke von Jana Vojtekova köpfte Marina Georgieva zum 2:2 ein (79.). „Wir verpassen wieder einmal den dritten Treffer, lassen zahlreiche Chancen liegen“, ärgerte sich Scheuer nach der Partie. „Dann bekommen wir einmal mehr durch einen individuellen Fehler ein Gegentor und schenken Punkte her.“

Zwar versuchte der Sport-Club in den letzten Minuten noch einmal alles, der Ball wollte aber weder bei Bühls Abschluss aus 18 Metern (85.), noch bei Schiewes Schuss aus 20 Metern (89.) ins Tor. „Wenn wir den Schlüssel finden, woran es liegt, dass wir immer wieder diese Fehler machen, dann würden wir die Fehler abstellen. Das gelingt uns leider zurzeit nicht und so lassen wir immer wieder Punkte liegen“, fasste Scheuer die Partie zusammen.
Mit dem 2:2 und dem dritten Unentschieden der laufenden Saison steht der Sport-Club mit jetzt 15 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz. Am kommenden Sonntag (11.00 Uhr) ist der SC zum Jahresabschluss bei Borussia Mönchengladbach zu Gast.

Weitere Stimmen zum Spiel:

SC Sand-Coach Sascha Glass: Später Punktgewinn im Derby. Bild: Claus G. Stoll

Sascha Glass (Trainer SC Sand)
„Ich bin sehr zufrieden mit dem Punkt. Meine Mannschaft hat in der ersten Halbzeit sehr gut gestanden und wenig zugelassen. Nach dem doppelten Rückschlag zu Beginn der zweiten Halbzeit beweisen wir Charakter und kommen zurück. Insgesamt haben wir heute super gefightet und waren effektiv. Ich freue mich, dass wir dafür belohnt wurden.“

Birgit Bauer
„Es ist die alte Leier. Wir lassen Punkte liegen, obwohl wir besser sind. Das nervt extrem und ist schwer zu ertragen. Wir haben sicherlich in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt, waren dafür im zweiten Durchgang umso besser, verpassen es aber den dritten Treffer nachzulegen und kassieren einmal mehr ein blödes Gegentor.“

Sharon Beck
„Wir sind in der ersten Halbzeit absolut nicht ins Spiel gekommen, haben uns im zweiten Durchgang aber zu Herzen genommen, was der Trainer uns mitgegeben hat. So haben wir das Spiel gedreht und verdient geführt. Danach schenken wir es weg, das ist schade.“

Stenogramm

Zipfelmützen für alle: Weihnachten steht vor der Tür, das war unverkennbar. Bild: Claus G. Stoll

Nuding, van Lunteren, Schiewe, Schöne, Lahr, Gwinn, Minge, Beck, Starke (86. Kayikci), Bühl, Naomoto (46. Knaak)

Ersatzbank: Frohms (Tor), Karl, Müller, Hegenauer, Kirchberger
Trainer: Jens Scheuer


Optimismus herrschte auf der Bank des SC Sand. Bild: Claus G. Stoll

SC Sand
Schlüter, Savin, Caldwell, Georgieva, Vojtekova, Santos De Oliveira, van Bonn, Prohaska (71. Sehan), Fiebig (57. Arnold), Meyer (86. Pinther), Burger

Ersatzbank: Baum (Tor), Vanhaevermaet, Blagojevic, Norton, Pinther

Trainer: Sascha Glass

Schiedsrichterin
Sandra Stolz

Zuschauer
932

Tore

0:1 Prohaska (24.)
1:1 van Lunteren (49.)
2:1 Beck (53.)

2:2 Georgieva (78.)

Gelb-Rote Karte: van Bonn

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema

Mannschaften

Aufstellungen

SC Freiburg

Noch keine Aufstellung angelegt. (werde jetzt Teammanager dieser Mannschaft)

SC Sand

Noch keine Aufstellung angelegt. (werde jetzt Teammanager dieser Mannschaft)