Furiose Aufholjagd des FFC

FFC zeigt tolle Moral im Brötzinger Tal

12. September 2020, 21:51 Uhr

Bild: FFC

Einen echten Fußballkrimi sahen die Fans beim Spiel des 1.CfR Pforzheim gegen den FFC. Lesen Sie den Spielbericht von  Matthias Renner

Die Gastgeber führten zur Pause bereits deutlich mit 3:0 und sahen wie der sichere Sieger aus. Der FFC kämpfte sich mit toller Moral zurück ins Spiel und erbeute nach furioser zweiter Halbzeit am Ende ein 3:3!

 

Spiele des FFC im Brötzinger Tal sind oft nichts für schwache Nerven. Ältere Semester erinnern sich noch an das packende Duell am 21.11.1987, als der damalige 1. FC Pforzheim in einem grandiosen Kick mit 4:3 die Oberhand über den FFC behielt. Da spielte übrigens noch Vorstandmitglied Reinhard Binder als Spieler bei den Rotjacken. Auch über 20 Jahre später sahen die Zuschauer nun erneut ein einen echten Fußball-Krimi. Bei erneut hochsommerlichen Temperaturen legten die Gastgeber los wie die Feuerwehr.

Immer wieder sorgten die schnell vorgetragenen Angriffe für Gefahr im gegnerischen Strafraum. In der 4. Minute gab es die erste Gelegenheit des CfR durch einen Heber von Ernes Türköz, doch FFC-Keeper Marco Preuß lenkte den Ball zur Ecke. Sechs Minuten später war Marco dann machtlos. Nach einem langen Ball von Robin Münst scheiterte zunächst Salvatore Catanzano am FFC-Keeper, doch den Abpraller netzte Stanley Ratifo zur 1:0-Führung des CfR ein. Der FFC schüttelte sich kurz und nur wenig später hatte Jakob Mikulic nach Zuspiel von Alexander Martinelli die Chance zum Ausgleich, doch sein abgefälschter Torschuss ging ganz knapp am linken Pfosten vorbei. Da wäre CfR-Keeper Manuel Salz machtlos gewesen. Eine Minute später spielte erneut der auffällige Alexander Martinelli mit einer scharfen Hereingabe in den gegnerischen Strafraum, wo Hendrik Gehring im Fünfmeterraum nur um einen Schritt zu spät kam. Mitten in die Drangphase des FFC dann das 2:0 der Gastgeber: Salvatore Catanzano schnappte sich im Mittelfeld die Kugel, setzte sich im Laufduell gegen Frederick Polzer durch, umspielte FFC-Keeper Preuß und schob die Kugel zum umjubelten 2:0 in die Maschen (22.). Kurz darauf versuchte es Alexander Martinelli mit einem Weitschuss aus gut 25 Metern, doch CfR-Keeper Salz war auf dem Posten (26.). Die beste Gelegenheit für den FFC gab es dann nach knapp einer halben Stunde, als nach Flanke von Fabian Amrhein Hendrik Gehring zum einem Kopfball ansetzte, der Ball aber knapp über das Gehäuse ging. Drei Minuten vor der Halbzeit dann noch einmal die Goldstädter: Mit einem Heber verfehlte Robin Münst nur knapp das leere Tor der Rotjacken. Nur Sekunden später dann doch der Treffer für den CfR: Salvatore Catazano traf auf Zuspiel von Stanley Ratifo zum 3:0 für die Heimelf (42.). Beim Rettungsversuch verletzte sich FFC-Keeper Preuß und musste mit einer Gehirnerschütterung vom Platz getragen werden. Für ihn rückte Benedict Martens ins Tor der Rotjacken. Die letzte Gelegenheit hatte dann noch einmal Alexander Martinelli, der erneut am CfR-Keeper Salz scheiterte. So ging man mit einer klaren 3:0-Pausenführung in die Kabinen.


Die Messe schien gelesen, obwohl die Rotjacken trotz des klaren Rückstands durchaus auch ihre Gelegenheiten hatten. Die mitgereisten FFC-Fans hatten dennoch wenig Hoffnung auf eine Wende. Der FFC nahm in der Halbzeit taktische Änderungen vor und auch personell wechselte Trainer Joschua Moser-Fendel. Zunächst neutralisierten sich beide Teams. Der CfR schien dem sicheren Sieg entgegenzusteuern und der FFC musste erst wieder zurück ins Spiel finden. Doch mit zunehmender Spielzeit verlagerte sich das Spielgeschehen in die Hälfte des CfR. Der FFC wurde von Minute zu Minute stärker, während die Gastgeber konditionell abbauten. Nach Flanke von Alexander Martinelli versuchte der Pforzheimer Alexandru Bogdan vor dem einschussbereiten Nicolas Garcia Stein zu retten, traf dabei aber ins eigene Tor (60.).Nur zwei Minuten später netzte Anthony Mbem-Som Nyamsi nach Freistoß von Alexander Martinelli zum 3:2 ein. Plötzlich wackelte der CfR gewaltig. Nach einem tief in der eigenen Hälfte begonnenen Solo markierte der kurz zuvor eingewechselte Edeljoker Adriano Spoth mit einem platzierten Schuss ins linke unter Eck den nun völlig verdienten Ausgleichstreffer (71.). Der Jubel im Lager der Rotjacken war riesengroß. Auch in der Folge war der FFC dem CfR überlegen, der in der zweiten Hälfte nicht einen einzigen gefährlichen Abschluss auf das FFC-Tor abfeuern konnte. Am Ende wäre dem FFC fast noch der Siegtreffer gelungen, doch CfR-Keeper Salz war bei einem Heber von Anthony Mbem-Som Nyamsi zur Stelle und klärte mit der Faust zur Ecke. So blieb es letztlich beim 3:3, das sich der FFC nach einer furiosen zweiten Halbzeit redlich verdient hatte.


FFC-Trainer Joschua Moser-Fendel:
“In der ersten Hälfte haben wir unsere Chancen leider vergeben. Pforzheim war sehr effektiv. Dann verlieren wir noch unseren Torwart und stehen auswärts mit dem Rücken zur Wand. Nach der taktischen Umstellung standen wir sicherer und haben uns Tor für Tor herangearbeitet. Eine tolle Leistung, aber unsere Gedanken sind bei Marco!”

12.09.20: 1. CfR Pforzheim – Freiburger FC 3:3 (3:0)
FFC: Preuß (44. Martens), Polzer, Mikulic (46. Garcia Stein), Dreher, Amrhein, Gehring, Eggert, Mbem-Som Nyamsi, Martinelli, Becker (70 Spoth), Bernauer (60 Anlicker); Tore:1:0 (10.) Ratifo, 2:0 (22.) Catanzano, 3:0 (43.) Catanzano, 3:1 (60.) Cristescu (Eigentor), 3:2 (62.) Mbem-Som Nyamsi, 3:3 (71.) Spoth; Gelb/Rot: Cristescu (85./CfR); Zuschauer: 420; Schiedsrichter: Mika Forster (Flehingen

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