LL2: FC Zell - FC Emmendingen 0:2

01. November 2016, 01:31 Uhr

Steffen Kemmet (rechts) erzielte die Führung, Bild: SDP

FCE gewinnt in Zell mit 2:0 und versiebt dabei noch fünf bis zehn Topchancen ? manche davon allzu fahrlässig

Die zauberhafte Kemmet-Göbel-Show

Bereits nach 30 Sekunden kam Zell zu einer dicken Torgelegenheit. Erik Schmidt grätschte den Ball für den FCE noch von der eigenen Torlinie. Dies allerdings sollte dann auch die einzige große Chance für die Gastgeber sein. Auf der Gegenseite waren es hingegen dutzende allerbester Gelegenheiten. Dies begann in der 10. Minute, als Steffen Kemmet dem gegnerischen Torhüter den Ball vom Fuß stibitzte, nur um diesen dann aus sechs Metern am leeren Tor vorbei zu schieben. Alternativ wäre auch Sturmpartner Tobias Göbel im Zentrum völlig frei gestanden, gerade mal drei Meter von Kemmet entfernt. Nun gut, dafür legte gleich in der nächsten Szene Kemmet schön für Göbel auf, der dadurch frei aus 16 Metern zum Schuss kam, aber seinen Meister im Zeller Torhüter fand. Dann wiederum legte Göbel wunderbar per Hackentrick in den Lauf von Steffen Kemmet, der sich diese Chance nicht entgehen ließ und cool zum 1:0 für den FCE verwandelte (25. Minute). Das wechselseitige Auflegen zwischen Göbel und Kemmet fand dann noch gefühlte tausend Mal statt und entsprechend hätte der Vorsprung ausgebaut werden können. Etwa in der 39. Minute, als Steffen Kemmet nach Traumpass völlig allein auf das Zeller Gehäuse zusteuerte, aber für seine Verhältnisse recht schwach abschloss. Jenseits der zauberhaften Kemmet-Göbel-Show gab es noch zwei äußerst gefährliche Eckbälle für den FCE, getreten durch Sebastian Schmidt. Einmal wuchtete Tobias Göbel einen Kopfball knapp über das Zeller Gehäuse. Beim zweiten Mal direkt vor dem Pausenpfiff traf Marco Anlicker per Kopfball nur den Torpfosten. Das muntere Chancen-Versieben setzte sich auch gleich nach der Pause fort. Drei Mal in Folge machte Steffen Kemmet zunächst im Dribbling alles wunderbar, um dann den Ball entweder in die Wolken zu setzen oder völlig überraschend einen Querpass zu versuchen, anstatt selbst abzuschließen. Man sieht schon: Der FCE-Torjäger Steffen Kemmet war quasi der leibhaftige Aufreger des Spiels schlechthin. Er hatte mindestens fünf Topgelegenheiten, die er nicht verwandelte. Aber er hat eben auch das 1:0 gemacht und am Ende das 2:0 durch schnelles Zuspiel auf den Torschützen Niklas Holderer vorbereitet. Und es stellt sich schon auch die Frage, welche Torjäger in der Landesliga überhaupt acht bis zehn Topchancen in einer einzigen Partie haben. Es liegt nämlich schon auch an Kemmets Schnelligkeit und Qualität im Dribbling, dass er diese Chancen überhaupt erst hat. Gleichwohl stünde dem Goalgetter des FCE ein bisschen mehr Konzentration und vor allem Uneigennützigkeit (im rechten Moment wohlgemerkt) gut zu Gesicht. Es war zum Beispiel schon eine echte Slapsticknummer, als Steffen Kemmet in der 80. Minute vom eingewechselten Moritz Faßbinder wunderbar auf die Reise geschickt wurde und mit diesem zusammen dann auf das gegnerische Tor zustürmte. Die klassische Zwei-gegen-Eins-Situation (und der „Eine“ war ein eingewechselter „Minimann“ im Tor der Zeller) löste Kemmet dann so, dass er seinen Mitspieler ignorierte, aber den eigenen Torinstinkt ebenso. Er schoss den Ball einfach mal ein paar Meter am Kasten vorbei. Übrigens war es wiederum einem echten Geniestreich von Kemmet zu verdanken, dass die Gastgeber zuvor überhaupt ihren Torhüter durch eine Rote Karte verloren hatten. Ein perfekter Pass auf Niklas Holderer hatte dafür gesorgt, dass der FCE-Youngster den gegnerischen Keeper umkurvte, so dass dieser die Notbremse zog (57. Minute). Etwas verwunderlich war dann allerdings, dass die Saggiomo-Elf in Überzahl plötzlich das Heft aus der Hand gab. Die Abwehr um Torhüter Marco Preuß und Kapitän Marco Ketterer ließ allerdings keine echte Zeller Chance mehr zu, bis dann Niklas Holderer nach prima Dribbling von Moritz Faßbinder und dem finalen Pass von Kemmet endlich für die Erlösung sorgte (85. Minute). Garanten dieses Auswärtssieges waren die ganz jungen FCE-Spieler Marco Anlicker (im zentralen Mittelfeld), David Künzler (nahezu fehlerlos rechts hinten), Erik Schmidt (wunderbar beherzt und schnell auf den Beinen rechts offensiv) sowie Niklas Holderer (links offensiv), der dann auch die Entscheidung besorgte.

Vorschau: Samstag, 05.11.2016 um 14:30 Uhr:
FC Emmendingen - VFR Hausen

Michael Zäh(FCE)

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